D e r l K l a n g l d e r lM a u e r (Uraufführung 2005)
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Ein mobiles Klangprojekt
von Joachim Gies
anlässlich
des Jahrestags des Baus der Berliner Mauer 13.
August 2006
Gedenkstätte Berliner Mauer Bernauer
Straße/Ackerstraße
11.30 Uhr- 14:00 Uhr Der Klang
der Mauer A, B, C
Mobile Klangguides treffen auf Klanginseln des
Ensembles 6
14:00 Uhr - 14:45 Uhr Der Klang der Mauer D
Texte von Franz Kafka / Komposition: Joachim Gies
Stationäre
Aufführung innerhalb der Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer
Straße/Ackerstraße
Ensemble 7 plus
Gesine
Nowakowski, Sopran / Maria Thomaschke, Sprecherin / Johannes Gunkel, Kontrabass
/ Denis Stilke, Perkussion / Chris Dehler *, Perkussion / Michael Walz,
Sampling, Elektronik /
Joachim Gies Saxophon, Komposition, Konzeption
plus: mobile Klangguides
*Mitwirkung Klang der Mauer
D
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Klänge in Bewegung
kennzeichnen das mobile Klangprojekt "Der Klang der Mauer" des Komponisten
und Saxophonisten Joachim Gies. Die räumliche Dimension der Berliner Mauer
wird durch die unterschiedlichen Aufführungsorte erfahrbar: Neben der
Gedenkstätte an der Bernauer Straße werden der Postenweg entlang des
Mauerverlaufs und der Vorplatz des Dokumentationszentrums Berliner Mauer in die
Aufführung mit einbezogen.
Die Bewegung der Klänge formiert sich aus der Bewegung der Klangguides, die vorgefertigte Kollagen aus politisch - historischen Äußerungen zur Berliner Mauer und geräuschhaften Klängen reproduzieren, und den Bewegungen des Ensembles 7, das interaktiv zu den Klangguides kommuniziert und sich immer wieder zu Klanginseln innerhalb der Gedenkstätte zusammenfindet.
Auch die Zuhörer werden zu aktiven Flaneuren: im Durchschreiten der verschiedenen Spielorte gestaltet jeder Zuhörer seine eigene Klang- und Raumerfahrung. Innerhalb der Gedenkstätte befindet sich der zentrale Aufführungsort.
Das Klangprojekt mündet in der
Vertonung von Auszügen aus Franz Kafkas "Beim Bau der chinesischen Mauer"
um 14.00 Uhr.
Den Anachronismus komplexer Verwaltungsstrukturen, die der
Organisation des Grauens dienen, hat Kafka zu Beginn des 20. Jahrhunderts
vorausgeahnt. Gerade die Berliner Mauer ist zum Sinnbild für die
Vergänglichkeit scheinbar für die Unendlichkeit konzipierter
Unterdrückungssysteme geworden.
Die organische Kompositionsform von Joachim Gies ist ein Reflex auf das scheinbar fest gefügte: Die Bewegung der Klänge bringt erstarrte Strukturen zum Tanzen.
Joachim Gies (geb.1956)
studierte in Berlin Musik, Literatur- und Politikwissenschaft.
Als
Saxophonist und Komponist erweitert er die Klangsprache seines Instruments mit
neuen Spieltechniken und Präparationen seiner Instrumente. Bei seinen
kammermusikalischen Kompositionen liegt ein Schwerpunkt auf der
Ausdrucksvielfalt der Stimme und des Gesangs.
Die Palette der vertonten
Texte reicht von Dante Alighieri, Arthur Rimbaud, Friedrich Nietzsche, Stefan
George, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Walter Benjamin bis zu
zeitgenössischen Schriftstellern.
Auftritte mit Tina Engel,
Joëlle Lèandre, Lauren Newton, Peter Fitz, Gerd Wameling und Hanns
Zischler.
CDs: Leo Records, England Partituren: Ries und Erler, Berlin
Homepage: www.joachimgies.de